Es träumen die Wälder

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Es ist still. Nur die Vögel sind zu hören. Und der Wind, der um die Zweige streift. Ein feines Rauschen.

Sonnenstrahlen suchen ihren Weg zwischen den tanzenden Blättern hindurch und malen Flecken auf den dunklen Waldboden. Ein Schmetterling lässt sich auf eine rosafarbenen Blüte nieder. Ein kleiner Käfer mit glänzendem Panzer sucht seinen Weg zwischen moosbewachsenen Steinen und abgebrochenen Ästen.

Dann ein leises Knacken. Ein Reh taucht auf. Schlanke Gestalt und funkelnde Augen. Einen Moment regungslos verharrend. Und dann wieder fort, zwischen schmalen Bäumen und mächtigen Stämmen hindurch. In die Tiefen des Waldes, in die man als Mensch kaum vorzudringen vermag.

Wenn man den Kopf in den Nacken legt, kann man ein Stückchen Himmel sehen. Blauer Himmel, weiße Flecken, eingerahmt von grünen Blättern.

Es ist still. Es ist friedlich. Es ist eine andere Welt, direkt nebenan und doch so fernab der gedängten Hausfassaden, der breiten Straßen, der drückenden Luft. Der Menschen und Menschen.

Es ist als träumten die Wälder leise vor sich in in dieser schnellen lauten Welt.

Ansprüche

Ansprüche hier, Ansprüche da…

Tu dies, tu das, tu jenes…

Mach, was die anderen von dir erwarten und sei bloß nicht du selbst.
Passe dich an.

Nein! Stop! Hör auf!
Hast du überhaupt gemerkt, was du da gerade gelesen hast?

Und hast du dich mal gefragt, ob das überhaupt deiner Meinung entspricht?

Denk nach, richte dich nicht nach anderen.
Klar sind Ansprüche von der Gesellschaft ausghend wichtig,
um unser Leben miteinander zu regeln.
Doch mindestens genauso wichtige ist deine eigene Meinung.
Lasse dir deine Freiheit nicht von anderen nehmen.
Definiere selbst, was für dich wichtig ist und fühle dich wegen bestimmten
Ansprüchen an dich nicht gezwungen, etwas auf eine Art zu tun, wie du es
niemals von dir selbst aus machen würdest.

Wort der Woche: Ansprüche
… einfach, weil sie unser Leben (mit)bestimmen.

Allein sein

Wenn du alleine bist,
nagt das an deinen Gedanken, gewiss.

Du fühlst dich verloren,
vielleicht hat dein Herz gefroren.

Wieso verbringt niemand die Zeit mit dir?
Wieso stehst du jetzt ganz alleine hier?

Es fühlt sich seltsam an,
doch eigentlich fragst du dich:
„Was ist so komisch daran?“

Um dich herum ist es ungewohnt leise,
in deinem Kopf unerträglich laut.

Wie hast du es geschafft, dass alle dich verlassen?
Was hast du getan?
Was hast du gemacht?
Und vor allem, wie hast du es soweit gebracht?

Dass du einsam jetzt hier stehst,
ganz alleine deiner Wege gehst.

Das ist eine ganz neue Erfahrung.
Doch dabei musst du feststellen:

Auch allein sein,
kann unheimlich schön sein.

Morgen will ich mutig sein

Morgen will ich mutig sein, aber heute trocknen meine Tränen.

Morgen will ich fliegen, rennen, laufen, schreien. Morgen will ich anders sein.

Morgen will ich sprechen, aber heute schlägt das Schweigen laut.

Morgen will ich tapfer sein.

Morgen ist ein neuer Tag.

Und morgen ist nie da.

Wort der Woche: Morgen

Dein Leben will gelten

Jetzt fang an, dein Leben will gelten.

Das ist meine neue Lieblingszeile, wieder aus einem Gedicht von Mary.

Manchmal habe ich Angst, dass ich immer nur warte, plane und mich nach Morgen sehne. Ohne je zu leben. Wirklich zu leben, voll und ganz, in jedem Moment. Ich habe Angst, in einem Leben zu landen, in dem ich jeden Tag auf den Abend warte und jede Woche auf das Wochenende. Das ganze Arbeitsleben auf die Rente. Nur um irgendwann zu merken, dass es vorbei ist. Das ganze Leben vorbei. Vorbei, all diese Chance, die ich habe verstreichen lassen. Ich will jetzt leben, heute. Ich will glücklich sein. Aber ich weiß nicht wie das geht.

Vielleicht ist das auch nichts, von dem man wissen kann, wie es geht. Vielleicht kommt das Glück einfach. Wenn man jeden Tag dafür sorgt, dass er es wert gewesen ist, gelebt zu werden.

Ich will mein Herz vorauswerfen und hinterherfliegen. Siehst du, wie mir Flügel wachsen?

Zeit

Heute habe ich überlegt, was wir schon geschrieben haben, seitdem wir
unseren Blog haben. So alt ist dieser Blog noch gar nicht. Doch trotzdem
haben wir schon ganz verschiedene Beiträge veröffentlicht. Auch auf
euren Webseiten ist mir das aufgefallen: jeder einzelne Beitrag
unterscheidet sich von den anderen und das nicht nur in Titel und Inhalt.
Ganz entscheidend ist die Stimmung, die die Texte vermitteln.
Jeder Tag ist anders, macht uns anders, inspiriert uns, lässt uns
einzigartig schreiben.
Vielleicht hätte ich diesen Beitrag hier morgen früh
auf eine ganz andere Art und Weise geschrieben. Und wie würde dieser eine
Text erst aussehen, wenn ich ihn vor einem Jahr geschrieben hätte, nächste
Woche oder erst in drei Jahren schreiben würde?

Vermutlich wäre er ganz anders, denn ich wäre anders.
Du genauso.
Wir hätten andere Momente erlebt, neue Erfahrungen gemacht und wären, wie
man so schön sagt, vielleicht „ein ganz neuer Mensch geworden“.

Die Zeit, die Momente, die Jahre, die Tage, die Stunden, die Minuten
und Sekunden – sie verändern unser Leben; in welche Richtung, das wissen wir
vorher nicht. Lilian hat die Vergänglichkeit schon in So ungnädig die Zeit
thematisiert. Genauso wichtig, wie das Bewusstsein über die
Vergänglichlichkeit, das kein Augenblick sich wiederholen wird, ist auch
die Werschätzung der Zeit. Wie würden wir ohne Zeit, ohne Veränderungen leben?
Alles würde stets gleich bleiben.
„Heute, morgen, übermorgen“ -die Wörter würden nicht einmal existieren!
Doch wer kann sich sowas, ein Leben ohne Zeit, heute überhaupt noch vorstellen?

Ein Wunder

du musst groß träumen
und fest glauben

weit laufen
stets staunen
bunt denken
und hoch fliegen

du selbst sein
deinen Weg gehen
dein Ziel finden

mit jedem Schritt
an jedem Tag

deine Taschen mit Zuversicht füllen
sie wiegt leicht
die Gedanken in Hoffnung hüllen
sie trägt weit

du musst groß träumen
und fest glauben
und du wirst sehen
es werden Wunder geschehen


Wort der Woche: Wunder

Das Glück, ein scheues Tier

Wieder Sonntag, wieder Zuwachs für unsere Sammlung aus Lieblingszeilen. Für heute habe ich diesen schönen Satz für euch: „Denn das Glück (…) wird plötzlich vor dir stehen.“ aus Marys Gedicht Auf der Suche nach dem Glück.

Mit dem Glück ist ein wenig wie mit einem scheuen Tier. Wenn du hinterherläufst, dann flieht es. Versteckt sich in den Schatten. Wenn du nach im rufst, dann bleibt es verborgen. Fürchtet die laute Stimme.

Darum lass das Laufen und Rufen. Es wird zu dir kommen. Das Glück. Vertraue darauf. Vielleicht wird es sich anschleichen, aus einer unerwarteten Richtung, sodass man es gar nicht kommen sieht. Aber dann wird es auf einmal vor dir stehen. Nimm es wahr, und schätze, solange es da ist. Aber  sei behutsam. Glück, das man einsperrt, ist kein Glück mehr.

Lebenswert

Dieser Beitrag ist lesenswert, denn Lesen macht das Leben lebenswert.

Wir alle wissen, was mit lebenswert gemeint ist:
– glücklich sein
– Freunde haben
– anderen vertrauen können
– Familie haben
– zufrieden sein
– Erfolg haben
– Lachen können
– gesund sein
– Ziele haben
– erfüllt sein

Doch sind das nicht alles undefinierte Aussagen? Was genau ist damit gemeint?
Fühlt ihr genauso wie ich und seht ihr das überhaupt so wie ich?
Oder was macht sonst das Leben lebenswert?

Vielleicht macht auch für jeden etwas anderes das Leben lebenswert;
vielleicht sind es all die Kleinigkeiten, weswegen wir uns freuen zu leben;
vielleicht ist es die Abwechslung;
vielleicht sind es die uns bekannten und vertrauten Muster.

Genießt das Leben und macht es lebenswert!