Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi

Eine Gabe – ein Fluch
Stell dir vor, niemand würde mit dir sprechen. Niemand würde dich berühren. Niemand würde sich auch nur in deiner Nähe aufhalten wollen. In der Schule würden sie Steine nach dir werfen.
Stell dir vor du würdest von niemandem geliebt, noch nicht einmal von deinen eigenen Eltern.
Stell dir vor, du wärest ganz allein.
So geht es Juliette in Tehereh Mafis „Ich fürchte mich nicht“. Denn Juliette ist anders.
Sie hat eine Gabe. 
Einen Fluch. 
Ihre Berührung ist tödlich.
Zu Beginn des Romans ist sie eingesperrt. In Isolationshaft. Seit 264 Tagen ohne menschlichen Kontakt, ohne die Sonne, den Himmel. Allein.

Welt ohne Flügel
Ein dystopischer Roman, angelegt in einer Welt, in der die Natur zerstört und der Gesellschaft zerrüttet ist. Es gibt keine Vögel mehr. Es gibt keine Freiheit mehr. Der Alltag wird von Gewalt beherrscht.

Ein Erzählstil, der ins Herz dringt
Tahereh Mafi hat in einem unnachahmlichen Schreibstil eine tief berührende Geschichte und eine beeindruckende Protagonistin geschaffen. Juliettes Einsamkeit, ihr verzweifelter Wunsch nach menschlicher Nähe dringen einem ins Herz.
Es ist, als würde man mit ihr zweifeln, leiden, kämpfen, hoffen, fliehen.
Auffällig sind auch die durchgestrichenen Wörter, Sätze oder ganze Passagen. Zunächst mag dieses Stilmittel ein wenig befremdlich wirken, aber andererseits gelingt es der Autorin so zu zeigen, wie zerrissen Juliet innerlich ist und wie sie ihre eigenen Gedanken zensiert.

Die Protagonistin
Sie ist unglaublich selbstlos. Trotz allem, was ihr angetan wurde, verliert sie nicht die Hoffnung, an das Gute in den Menschen. Nicht eine Sekunde schwankt sie in ihrer inneren Überzeugung, in ihrem Glaube an das, was falsch und was richtig ist. Das ist absolut bewundernswert.

Fazit
Eine Roman, der tief berührt und gleichzeitig zum Nachdenken anregt, über das was aus unserer Welt, unseren Idealen wohl werden wird…


Daten zum Buch
Titel: Ich fürchte mich nicht
Originaltitel: Shatter me
Autorin: Tahereh Mafi
Übersetzerin: Mara Henke
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 23 Juli 2012

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Ich bin die, die niemand sieht (Julie Berry)

Die, die niemand sieht
Judith verschwand an demselben Tag, an dem ihre beste Freundin ermordet wurde. Nach zwei Jahren kehrt sie zurück. Aber sie hat mehr verloren hat als die Zunge, die ihr Entführer ihr aus dem Mund schnitt. Denn mit der Zunge hat sie auch ihre Sprache verloren. Und ihren Platz in der Gemeinde.
Sie hat ihre Kindheit verloren, in den Jahren, in denen sie gefangen gehalten wurde.
Sie hat ihre Freunde verloren, die erschrocken vor ihr zurückweichen.
Sie hat ihren Vater verloren, der in ihrer Abwesenheit starb und die Liebe ihrer Mutter, die sie nun schlägt, und ihr jeden Versuch zu sprechen verbietet.
Und sie hat ihre große Liebe verloren: Lucas, der mit einer anderen verlobt ist. Ihr Freund aus Kindertagen, den sie nur noch aus der Ferne beobachtet.

Der Wandel
Zunächst ist Jufith schüchtern und ängstlich. Es gibt kaum direkte Rede, all ihre Gedanken bleiben unausgesprochen. Doch sie wandelt sich, und mit ihr die Sprache des Buches. Als sie mühsam lernt, Worte neu zu formen, nimmt der Anteil der direkten Rede zu. Und als sie anfängt ihre beobachtende Haltung abzulegen und aktiver wird, überwiegt allmählich die Erzählung der Gegenwart.
Die Sprache des Buches unterstreicht eindrücklich die Entwicklung der Protagonistin.

Wie ein Puzzle
Gegenwart und Vergangenheit, Erlebtes und Erinnertes werden verknüpft; meist in kurzen Szenen aneinandergereiht. So entsteht langsam ein Bild, wie ein Puzzle, bei dem an dieser und dann an jener Stelle ein paar Teile gelegt werden, bis sie alle am Ende ein Ganzes ergeben. Das macht es zu Beginn schwierig, den Rahmen der Geschichte zu erkenne. Beispielsweise wird nicht deutlich zu welcher Zeit oder in welchem Land die Geschichte angesiedelt ist. Religion und strenge, religiöse Moralvorstellungen spielen eine wichtige Rolle. Ein Pranger kommt vor, der an mittelalterliche Praktiken erinnert; allerdings auch ein durchaus umfangreich scheinendes Waffenarsenal, das eher auf das 19. oder 20. Jahrhundert schließen lässt. Aus dem Klappentext geht nicht einmal hervor, dass die Geschichte überhaupt in der Vergangenheit spielt. Zu Beginn mag das verwirrend wirken, aber andererseits treten so Judiths Geschichte, ihre Gefühle und ihre Gedankenwelt in den Vordergrund. Außerdem erhält der Roman etwas Geheimnisvolles, etwas Spannendes, da man nur nach und nach erfährt, wie alles zusammenhängt.

Du denkst, du sagst, du tust
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive erzählt, allerdings redet Judith über ganze Passagen hinweg Lucas direkt an. Sie erzählt ihm was er tut, und denkt, und sagt. Dies wirkt zunächst leicht irritierende, eröffnet aber auch neue Möglichkeiten, um die Beziehung der beiden der beiden zu charakterisieren.

Und die Wahrheit?
Kommt ganz am Ende zum Vorschein. Lange weiß niemand, was mit Judith und mit ihrer besten Freundin damals wirklich geschehen ist. Darum gefällt mir auch der englische Titel, All the truth that‘s in me, ein wenig besser als die deutsche Version.

Fazit
Insgesamt eine leicht geheimnisvoll anmutende, bewegende Geschichte mit einem ganz besonderen Erzählstil!

daslichtdergegenwart

Informationen zum Buch
Titel: Ich bin die, die niemand sieht
Autorin: Julie Berry
Aus dem Englischen von Stephanie Singh 
Originalverlag: Penguin US
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 11.11.2013

 

„Liebe ist keine Wissenschaft – oder doch?“

 …diese Frage stellt Colin sich des öfteren.

 

Die erste Liebe [nach 19 vergeblichen Versuchen]

ein ganz kleines bisschen Inhalt:

Colin ist ein Teenager, wie jeder andere. Okay, vielleicht doch nicht ganz wie jeder andere:

Was er mit den anderen gemeinsam hat, ist, dass er sich wünscht eine Freundin zu haben, die ihn genauso liebt, wie er sie. Doch was Colin anders macht, als die normalen Jungen, ist, dass er Statistiken darüber aufstellt, wie waahrscheinlich es ist, dass er mit einem Mädchen zusammenbleibt. Formeln sollen erklären, wo und wann er seine Freundin findet. Doch welche Variablen müssen in die Rechnung alle mit einbezogen werden?

Die Geschichte ist auf eine wunderbare, witzige Art und Wiese von John Green geschrieben.
Er bringt stark zum Ausdruck, wie sehr uns die Liebe beschäftigt und wie sie
unser Leben bestimmt.

Colin hat Sommerferien und schon mehrere Bekanntschaften mit Mädchen gemacht.
Doch jetzt fährt er auf einen Road-Trip mit seinem Freund. Auf dieser Reise merkt
er, dass Liebe nicht das einzige auf der Welt ist – das Freundschaft
mindestens genauso wichtig ist 🙂

Allgemeines:

  • 2008 beim Hanser Verlag erschienen
  • 14,99 Euro
  • 288 Seiten

Bewertung:

Ein super Buch 🙂 Ich empfehle es an alle ab 13 Jahren und vergebe 5 von 5 Sternen.

Wenn es um Profit geht, denkt jeder nur an sich

„Wenn es um Profit geht, denkt jeder nur an sich. Wahrscheinlich bin ich etwas weltfremd geworden, dass ich dieser Tatsache nicht genügend Beachtung schenke.“, spricht Hiro in „Das Lied der Delfine von Frederica de Cesco.

Inhalt:

Das Buch handelt von einem Mädchen namens Yuriko. Sie geht täglich schwimmen im Meer. Eines Nachmittags kommt ein Delfin zu ihr. Von nun an lernt sie mehr über das Leben und Verhalten dieser besonderen Tiere.

Jedoch ist das Leben dieser Tiere bedroht. Die Fischer des Dorfes haben es auf die Delfine abgesehen, denn sie bringen Geld. Wie es den Tieren dabei geht – darum kümmert sich keiner. Auch auf Yurikos Vater hört kein Dorfbewohner als er sich für die Rettung der Delfine in Gefahr einsetzt.

Er sagt: „Wenn es um Profit geht, denkt jeder nur an sich. Wahrscheinlich bin ich etwas weltfremd geworden, dass ich dieser Tatsache nicht genügend Beachtung schenke.“ Dieses Zitat ist mir am Ende des Buches ganz besonders in Erinnerung geblieben, weil es auf viele verschiedene Situationen in unserer Welt heute angewendet werden kann – man denke nur an die Habgier oder Ungunst mancher Leute…das ist schade, aber vielleicht schaffen wir es, uns selber unsere Handlungsabsichten bewusster zu machen, in dem wir uns Zitate, wie diese zu Herzen nehmen.

Yuriko und ihr Vater jedenfalls geben nicht auf. Sie starten mehrere Aktionen und schaffen es so am Ende doch noch, den anderen Bürgern zu zeigen, wie lächerlich ihr Verhalten gegenüber den Tieren ist.

Allgemeines:

  • 1985 beim Ravensburger Verlag erschienen
  • Taschenbuch
  • 214 Seiten
  • 5,95 Euro

Bewertung:

Mir hat das Buch gut gefallen, es war angenehm zu lesen. Daher kann ich es für alle ab 10 Jahren empfehlen. Auch das Thema war sehr ansprechend, weil es nur wenige Bücher über die Verantwortung des Menschen für die Umwelt gibt, obwohl dieses aktuelle Thema wichtig ist und angesprochen werden sollte. An einigen Stellen war die Geschichte etwas langwierig. Deswegen vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk

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Freundschaft,  Liebe und Familie. Von Geheimnissen, Enthüllungen. Von enttäuschtem Vertrauen, Verrat und Schuld. Es handelt von Heimat und der Frage, was und vor allem wo das eigentlich ist. Und von dem Erwachsenwerden in diesem Durcheinander.

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allen voran Ich-Erzählerin Seri, die von  ihrer Kindheit berichtet. Aufgewachsen ist sie gemeinsam mit ihren Freunden Aja und Karl in einem kleinen Dorf.
Sie erzählt von Erinnerungen, von den hellen Tagen, die sich wie bunte Glasperlen aneinanderreihen. Doch auch die Leichtigkeit der Sommer kann nicht über die tiefen Furchen hinwegtäuschen, die sich durch die Leben der drei Familien ziehen: Seris Vater starb nicht lange nach ihrer Geburt.
Und Ajas Vater, ein ungarischer Zirkusartist, ist für die meiste Zeit des Jahres abwesend. Aja und ihre Mutter wohnen in einer winzigen Hütte am Stadtrand, in der es im Winter bitterkalt wird.
Karls Eltern leben getrennt, beide sind außerstande, das Verschwinden von Karls jüngerem Bruder zu überwinden, der in ein fremdes Auto stieg und nie mehr zurückkam.
Und als wäre all das nicht bereits genug, gibt es in allen Familien Geheimnisse, die nur darauf warten ans Licht zu kriechen und ihr Unheil anzurichten. Es ist eine leise Traurigkeit, die das ganze Buch durchzieht. Tief berührend sind jedoch die vielen kleinen Gesten, mit denen die Charaktere einander zeigen, dass sie auch in dunklen Zeiten füreinander da sind.

zu-sprache-und-schreibstil
Szenerie und Atmosphäre werden eindrucksvoll beschrieben. Kunstvoll verschlungene Sätze ziehen sich teilweise beinah über eine halbe Seite hin. Mit ihren Worten malt Zsuzsa Bánk ganze Bilder. Es ist als würde der Leser hinter Seri stehen und ihr über die Schulter zu blicken, genau wie sie sieht er den verwilderten Garten und die Johannisbeerbüsche um das kleine, windschiefe Haus, in dem Aja wohnt, genau wie sie riecht er den Duft Évis frisch gebackener Kuchen und spürt die Sommersonne auf der Haut. Es ist nicht schwer, sich in Seri hineinzuversetzen, obwohl sie im ersten Teil des Buches als Erzählerin sehr in den Hintergrund tritt. Später wird sie präsenter, als die drei Freunde das kleine Dorf in Süddeutschland hinter sich lassen, um nach Rom aufzubrechen und dort zu studieren. Zu einem Höhepunkt kommt es, als die unendlich vielen und doch so feinen Fäden, die die drei Freunde verbinden, zu zerreissen drohen.

fazit
„Die hellen Tage“ ist ein wunderschöner Roman, zu empfehlen für alle, die sich in einer ruhigen und tiefgründigen Geschichte verlieren können.


Daten zum Buch:
Zsuzsa Bank: Die hellen Tage
S. Fischer Verlage
Verlagsseite
Autorenseite

 

„Zwei oder drei Dinge, die ich dir nicht erzählt habe“

Inhalt
Die erste Hälfte der Buches ist Merissa gewidmet, die zweite Nadja. Beide haben sie es nicht leicht in ihrem letzten Schuljahr: Merissa ist beliebt, ehrgeizig und erfolgreich, der Studienplatz an einer Eliteuni ist ihr schon sicher. Trotzdem geht es ihr nicht gut, sie steht extrem unter Druck, auch die schwierige Beziehung zu ihrem Vater belastet sie sehr.
Nadja kämpft mit ihrem Gewicht, mit dem Verschwinden ihrer Mutter, ihrer neuen Stiefmutter, den Mobbingattacken der Mitschüler.
Und schließlich ist da noch der Verlust ihrer Freundin Tink, die sich einige Wochen zuvor das Leben nahm.
Auf der Suche nach einem Ausweg greifen schließlich auch Merissa und Nadja zu drastischen Maßnahmen.

Wirkung
Joyce Carol Oates erzählt seltsam distanziert, beschreibt aber gleichzeitig sehr differenziert, wie es in den beiden Mädchen aussieht und was sie zu ihren Handlungen veranlasst.
Ich konnte mich beim Lesen nicht wirklich mit den Charakteren identifizieren, verstehe aber nun, weshalb die Autorin als “Großmeisterin des psychologischen Jugendromans” genannt wird. Für mich war der Stil ungewohnt, aber beeindruckend.

Botschaft
Das Buch erinnert uns daran, dass es wichtig sein kann, auf unsere Mitmenschen zuzugehen und hinter ihre Fassade zu blicken. Manchmal sind wir traurig, verzweifelt oder furchtbar erschöpft, aber wir sagen trotzdem, es sei alles in Ordnung. Und genau dann brauchen wir jemand, der die Wahrheit zu erkennen vermag.

Zitat

“Es war wie eine Achterbahnfahrt. Eine wilde, beängstigende Fahrt, bei der man zu sterben glaubt – die man nicht zu überleben glaubt -und ein entsetzliches Kreischen ausstößt, das sich für die Menschen am Boden wie ein Lachen anhört.”

(Quelle: Zwei oder drei Dinge, die ich dir nicht erzählt habe von Joyce Carol Oates)

 

 

 

Letztendlich sind wir dem Universum egal

Zum ersten mal in seinem Leben geht A seinen eigenen Weg.
Der Weg dahin war nicht einfach.
A kennt es nicht, dass jemand ihm vertraut.

Würdest du etwa jemandem glauben, der dir verklickern möchte, dass er jeden Tag in einem anderen Körper an einem anderen Ort aufwacht? Dass er jeden Tag anders aussieht , sich immer an neue Umstände anpassen muss und sowieso nichts für immer ist?

Was ist, wenn so jemand sich verliebt oder einfach nur eine Freundin haben möchte?
Sie soll ihm vertrauen und ihn Tag für Tag wiedererkennen.
Das ist wohl zu viel verlangt.

A hat nicht einmal einen richtigen Namen. Er weiß nicht, was es bedeutet eine
Vergangenheit und eine Zukunft zu haben.

Irgendwann erkennt er, endlich, dass es manchmal egal ist, was andere von einem
selbst denken,
dass er seinen Weg gehen muss, dass er frei ist und sich nach seinen, anstatt nach
den Wünschen anderer, richten darf.

 

„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von David Levithan.

The Screaming Staircase von Jonathan Strout

aus-dem-regal-gezogen-weil
mich der Klappentext überzeugt hat! Ich habe ihn hier verlinkt.

es-handelt-von
Geistern. In London. Und von Agenten. Also den Geisterjägern.
50 Jahre vor Beginn der Geschichte sind in England vermehrt Geister-Erscheinung aufgetreten. Sie werden in verschiedene Typen eingeordnet, je nachdem wie gefährlich sie sind. Deshalb sind die Agenten so wichtig. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, um gegen die Erscheinungen vorzugehen. Degen, Eisenketten, Salzbomben, Lavendel sind dabei im Einsatz… Ohne mich in den Details zu verlieren nur so viel: Es gibt ein komplexes, detailreiches System aus verschiedenen Geistern, ihren Begleiterscheinungen, Auswirkungen und den Möglichkeiten, gegen sie vorzugehen.
Ein allerdings wichtiger Punkt: Sterben können alle durch die Erscheinungen, sehen können sie aber nur Kinder, und das auch nur, wenn sie über eine besondere Gabe verfügen.
Ich-Erzählerin Lucy Carlyle und ihre beiden Kollegen verfügen über solche Fähigkeiten, allerdings müssen sie nicht nur mit übernatürlichen Feinden kämpfen – sondern auch mit Gegnern aus Fleisch und Blut.

die-charaktere-sind
hauptsächlich Lucy Carlyle, erwähnte Ich-Erzählerin; Anthony Lockwood, der charismatischer Anführer der kleinen Truppe, und George Cubbins (Brille, Vorliebe für Donuts, Recherchetalent).

zu-sprache-und-schreibstil
Ein flüssiger Stil, leicht zu lesen. Spannend und mit witzigen Dialogen.

und-ausserdem
„You’ll want to leave the lights turned on… Strout is a genius.“ wird Rick Riordan auf dem Cover zitiert. Und da kann ich ihm nur zustimmen. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich mitten in der Nacht noch gelesen habe. Der Großteil meines Zimmers lag im Dunkeln… und dann ging auf einmal die Tür einen Spalt weit auf. Wie von Geisterhand. Ein wenig unwohl zumute war mir dann doch…

Kleines Manko: ich hätte gerne mehr über die Zeit und die Gesellschaft erfahren. An welchem Punkt, hat sich diese Welt von der Version, die wir kennen, getrennt? Zu welcher Zeit spielt die Geschichte? Aber vielleicht muss ich das Buch einfach noch einmal lesen und nach Hinweisen Ausschau halten… Elektrizität gibt es. Internet nicht. An Autos kann ich mich auch nicht erinnern..

fazit
Die Handlung ist definitiv spannend! Außerdem haben mir die ganzen Details rund um die Geister sehr gefallen – ein komplexes, in sich stimmiges System.

Daten zum Buch:
Titel: Lockwood & Co. – The Screaming Staircase
Autor: Jonathan Strout
Sprache: Englisch (gibt es aber auch als deutsche Übersetzung unter dem Titel „Die Seufzende Wendeltreppe“)
Seiten: 452
Verlag: Doubleday (Random House Groupe), 2013

P.S.: Durch ein Bild vom Cover wird so ein Beitrag natürlich gleich viel ansprechender. Trotzdem möchte ich aus urheberrechtlichen Gründen darauf verzichten. Hier geht es aber zu der entsprechenden Seite von Jonathan Strout, auf der verschiedene Versionen des Covers zu sehen sind.

Open Road Summer von Emery Lord

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mir der Titel sofort gefallen hat. Er klingt wunderschön, außerdem schwingt dieser Hauch von Freiheit, Abenteuer und Sommersonne mit. Aufbrechen, losziehen… frei sein. Großartig!

es-handelt-von
zwei besten Freundinnen, Dee Montgomery und Reagan O’Neill, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dee ist eine erfolgreiche Musikerin, ein freundlicher, sehr höflicher Mensch, sorgsam darum bemüht, ihr Privatleben und ihre Musikkarriere voneinander zu trennen. Als manipulierte Fotos von ihr in den Umlauf geraten, ist nicht nur ihre Karriere bedroht, sondern auch sie persönlich  hart getroffen.
Zu Reagans Vergangenheit gehören dagegen Alkohol, Zigaretten, schlechte Gesellschaft und Polizei. Doch damit hat sie abgeschlossen, will damit abschließen. Eine neue Reagan soll es geben, eine bessere und ihr Leben „drama-free“.
Gemeinsam haben die beiden ihre Freundschaft –  und ihre gebrochenen Herzen. Was passt da besser, als eine 24-Städte-Tour durch die USA?
Schnell taucht allerdings Matt Finch auf, Opening Act bei Dees Konzerten und ihr „fake-boyfriend“ – eine Strategie der PR-Abteilung, um die Presse abzulenken. Er heitert Dee auf und schafft es gleichzeitig, Reagans Vorsätze gehörig ins Wanken zu bringen…

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sympathisch und glaubwürdig. Sie haben alle ihr Päckchen zu tragen, und gehen alle unterschiedlich damit um. Vor allem die Ich-Erzählerin Reagan fand ich spannend. Sie hat sehr unterschiedliche Seiten, und je mehr man über ihre Vergangenheit erfährt, desto besser erkennt man, weshalb sie sich so verhält, wie sie es tut.
Dees Geschichte dagegen führt einem noch einmal vor Augen, in was für einen goldenen Käfig das Berühmtsein einen sperrt. Was es alles mit sich bringt, auf beiden Seiten.
Und Matt ist sympathisch, witzig und genau der Richtige, um Reagan aus ihrem Schneckenhaus zu locken.

zu-sprache-und-schreibstil
… ein leichter, lockerer Erzählstil, teilweise durchaus humorvoll, der gut zu der Ich-Ezählerin passt. Vor allem Matt und Reagan ziehen einander immer wieder auf, was sehr amüsant zu lesen ist.

und-ausserdem
hat mir besonders gefallen, dass man Reagans Geschichte als Leser nur nach und nach erfährt. Wie sie eigentlich ihren Arm gebrochen hat, und was genau ihre turbulente Vergangenheit alles beinhaltet. Lauter kleine Andeutungen und Hinweise, die sich ansammeln und die man selber zusammensetzten kann, um ein Bild zu bekommen. Ich liebe es, wenn man als Leser selber mitdenken und Spuren suchen kann. Geht es euch ähnlich? Oder bin ich einfach ein Rätselfreak?

fazit
Auch wenn man es bei dem Titel vielleicht erwarten könnte, handelt es sich nicht um einen klassischen Roadtrip, schließlich tourt Dee mit ihrer gesamten Band inklusive Sicherheitspersonal, PR-Betreuern und allen, die dazu gehören.
Insgesamt aber eine schöne Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Am Ende hätte ich Reagan am liebsten geschüttelt und in die richtige Richtung geschubst, aber so hat es natürlich besser zu ihrem Charakter gepasst. Also in sich auch sehr stimmig.
Der lockere Stil macht es leicht zu lesen, und so braucht man auch nicht besonders lange für die Lektüre. Also perfekt geeignet für Zwischendurch…

Daten zum Buch
Titel: Open Road Summer
Autor: Emery Lord
Sprache: Englisch (es gibt aber eine deutsche Übersetzung mit demselben Titel)
Seiten: 344
Verlag: Bloomsbury, 2015