Kälte von Michael Northrop (und ein paar abschweifende Gedanken)

New England USA. Sieben Schüler sind in einer Schule eingesperrt. Der Schnee um sie herum wächst ein. Ein Meter. Zwei Meter. Drei. Die Handys haben keinen Empfang, der Lehrer ist aufgebrochen, um Hilfe zu holen und nicht zurückgekehrt. Nach ein paar Stunden fällt der Strom aus, nach einem Tag die Heizung. Nach drei Tagen stürzt ein Teil der Decke ein. Niemand weiß, dass sie dort sind. Nach fünf Tagen wagt sich einer von ihnen hinaus. Ein lebensgefährliches Unterfangen…
Zunächst hatte ich überlegt in der Einleitung zu schreiben, wie surreal das alles ist, wie fern für uns, die wir hier im gemäßigten Klima Deutschlands leben. Naturkatastrophen, die einen von der Außenwelt abschneiden, gar lebensbedrohlich sind? In Alaska vielleicht, Südostasien… Doch dann habe ich innegehalten. Denn auch unserer sicherer Welt hat Risse bekommen. Wenn man an die Regenfälle der letzten Monate zurückdenkt… reißende Ströme, die Häuser zerstört und Menschen getötet haben. Haben nicht auch hier in Deutschland Kinder in einer Schule ausharren müssen, eingeschlossen von Wassermassen?
Nein, ganz so surreal ist es nicht, was Michael Northrop seinen 15-jährigen Ich-Erzähler berichten lässt…

Die Sprache ist einfach gehalten, teils umgangssprachlich. Der Autor versetzt sich vollständig hinein in Scotty Wheems, den Highschool-Schüler, den Basketballspieler.

Es geht darum, wie sieben Schüler, die unterschiedlicher nicht sein könnten, im Schulgebäude zurückbleiben, während der Schnee sie immer weiter einschließt. Wie sie mit dieser Situation umgehen. Wie sie erkennen müssen, dass sie einander in Schubladen gesteckt haben, einander die viel beschriebenen Highschool-Stempel aufgedrückt haben und damit hoffnungslos falsch lagen.
Es ist ein Buch, das sich schnell durchlesen lässt (beispielsweise im ICE zwischen Hamburg und Hannover).
Ein Buch, in dem Autor Micheal Northrop geschickt alltägliche Highschool-Sorgen mit einer realen Lebensbedrohung verknüpft, die sich langsam herauskristallisiert.

 

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